Interview

Interview mit Anna & Thomas Gohl

"Es muss gut aussehen, es muss gut schmecken!"

F: Hallo, wie geht es Euch?

A: Der Tag war schön! Es war sonnig, wir hatten viel zu tun und haben anständig Eis verkauft. Anna war währenddessen mit den Eistorten beschäftigt.

 

Anna & Thomas Gohl

F: Wie seid Ihr auf die Idee mit den Eistorten gekommen?

A: Die ursprüngliche Idee kam von unserer Schwiegertochter. Die haben wir dann aufgegriffen und in die Tat umgesetzt. Wir wollten unser Geschäft erweitern, indem wir selbst zu den Leuten fahren und unsere Kunstwerke aus Eis direkt beim Kunden anbieten; und das ganzjährig.

F: Welche beruflichen Hintergründe habt Ihr?

Thomas: Ich bin gelernter Hotelfachmann und Koch. Bis 2001 habe ich für das Restaurant „Mövenpick“ gearbeitet, dort habe ich auch meine Lehre zum Koch absolviert. Dann habe ich die Eisdiele übernommen, in der bereits seit 40 Jahren Eis verkauft wird. Durch meinen vorherigen Job lag das ja auf der Hand, sich mit Eis selbstständig zu machen.

Anna: Ich bin eigentlich total branchenfremd. Ich bin Lehrerin für russische Sprache und Literatur. Aber irgendwie macht mir das unheimlich Spaß etwas künstlerisch mit den Händen zu kreieren. Bei den filigranen Arbeiten an den Eistorten kann ich mich frei entfalten und kreativ austoben.

F: An welchen Auftrag erinnert Ihr euch besonders gerne?

Thomas: Wir hatten mal einen Auftrag aus Hamburg. Wir wollten die Eistorte verschicken, aber der Kurier kam nicht - einfach weg! Die Braut war natürlich völlig aufgelöst, auch Anna ging das sehr nahe. Also haben wir die Eistorte kurzerhand ins Auto gepackt und sind einfach selbst nach Hamburg gefahren.

Anna: Ich muss schon wieder weinen…

Thomas: … Ja, das war ziemlich aufregend. Ich bin dann auf dem Weg auch noch geblitzt worden inklusive Punkt in Flensburg. Das war schon… geil. (beide lachen). Die Kundin hatte sich nichts sehnlicher gewünscht als eine Eistorte zur Hochzeit. Das war für sie das Nonplusultra. Und da haben wir natürlich alles dran gesetzt, ihr diesen Wunsch zu erfüllen. Und es hat geklappt. Sie war wirklich glücklich.

F: Ihr bietet laktosefreies und veganes Eis an. Wie stellt Ihr das her?

A: Eigentlich stellen wir das Eis wie üblich her, nur eben mit laktosefreien Produkten. Laktosefreie Milch und Sahne und die Füllstoffe wie Magermilch werden auch ersetzt. Bei veganen Produkten müssen wir natürlich ganz auf tierische Produkte verzichten. Da nehmen wir Zutaten auf pflanzlicher Basis, also vor allem Wasser, Zucker, pflanzliche Fette. Einen Hauptbestandteil bilden die Fasern der Zichorie, auch bekannt als Gemeine Wegwarte. Früher wurde Zichorie  vor allem als Kaffeeersatz verwendet (Caro-Kaffee), war aber auch als Heilpflanze bekannt.

F: Worauf legt Ihr bei Eurem Eis besonderen Wert?

A: Natürlich auf die Qualität! Es muss gut aussehen, es muss gut schmecken! Wir verwenden deshalb bei Fruchteis echte Früchte für kräftige Farben und Aromen und bei Milcheis nur Zutaten von höchster Güte.

F: Seit kurzem bietet Ihr Semifreddo Eis an. Was ist das genau?

A: Der wichtigste Bestandteil ist Sahne. Diese wird unter das Ei gehoben, aromatisiert und einfroren. So entsteht ein halb-gefrorenes Parfait, das eigentlich kein richtiges Eis ist, aber sehr lecker ist.

F: Wenn Ihr einen Wunsch frei hättet, was würdet Ihr euch wünschen?

Thomas: Ich würde gerne für den Bundespräsidenten ein Eisbuffet aufbauen. Ich war schon einmal ziemlich nahe dran, dass der Traum wahr wird. Zum Sommerfest im Schloss Bellevue haben wir uns als Zulieferer beworben und sind in die engere Auswahl gekommen. Aber leider waren wir damals ja nur als Zweier-Team unterwegs und konnten das nicht guten Gewissens stemmen. Wer weiß, vielleicht ändert sich das ja noch einmal.

F: Glaubensfrage: Vanille oder Schokolade?

Anna: Stracciatella!

Thomas: Schokolade!

Anna: Okay, Schokolade!

F: Hörnchen oder Becher?

Beide: Hörnchen!

F: Was spricht gegen Bechereis?

A: Naja, die kann man nicht essen. Unsere Hörnchen kommen direkt aus der Waffelfabrik Stirken in Neuss und sind echt lecker, regional und vegan.  🙂 

Vielen Dank für das Gespräch!